Eine spirituelle Betrachtung
Spirituell verstanden ist der Wesenskern der unveränderliche Teil unseres Seins. Er liegt unter unseren Gedanken, Gefühlen, Rollen und Geschichten. Während sich das Leben ständig wandelt, bleibt dieser innere Kern bestehen – still, klar und verbunden mit etwas Größerem als dem eigenen Ego.
Viele spirituelle Traditionen beschreiben den Wesenskern als die wahre Natur des Menschen. Er ist nicht das, was wir besitzen, leisten oder darstellen, sondern das, was wir im tiefsten Inneren sind. Manche nennen ihn Seele, Bewusstsein, göttlichen Funken oder wahres Selbst.
Im Alltag identifizieren wir uns oft mit äußeren Umständen: unserem Beruf, unseren Erfolgen, unseren Ängsten oder den Erwartungen anderer. Doch je mehr wir nach innen lauschen, desto deutlicher können wir den Wesenskern wahrnehmen. Dort finden wir Eigenschaften wie Liebe, Verbundenheit, Authentizität, Mitgefühl und inneren Frieden – nicht als etwas, das wir erwerben müssen, sondern als etwas, das bereits in uns vorhanden ist.
Der Weg zu diesem Wesenskern ist weniger ein Werden als ein Erinnern. Es geht darum, Schichten von Konditionierungen, Glaubenssätzen und alten Verletzungen zu erkennen und loszulassen, damit das sichtbar werden kann, was schon immer da war.
Der Wesenskern ist nicht die Person, die wir darstellen. Er ist die Wahrheit, die wir sind, wenn alles Überflüssige wegfällt.
Je mehr wir uns von fremden Prägungen und begrenzenden Überzeugungen lösen, desto näher kommen wir diesem inneren Kern. Dort finden wir nicht etwas Neues, sondern das, was wir schon immer waren.
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