Mut zur Veränderung – Die Natur hat nie Angst vor dem Frühling
Manchmal staune ich über uns Menschen.
Wir wünschen uns Veränderung. Gleichzeitig hoffen wir insgeheim, dass sich dabei möglichst nichts verändert.
Ein bisschen wie jemand, der am Ufer steht und ruft: "Ich möchte schwimmen lernen!" – aber bitte ohne nass zu werden.
Ich kenne das. Wirklich.
Mmmhhh ... ein Unfall hat mein Leben auf den Kopf gestellt. Das Leben, das ich kannte, war plötzlich nicht mehr da. Ich hätte mir diese Veränderung niemals ausgesucht. Und doch begann genau dort etwas Neues.
Nicht sofort. Zuerst kamen Trauer, Angst, shaky ground, Kontrollverlust und viele Fragen und Phasen von Depression.
Heute, Jahre später, kann ich sagen: Ausgerechnet in den dunkelsten Zeiten sind die stärksten Wurzeln gewachsen.
Vielleicht begleitet mich deshalb das Wort Entfalten schon mein ganzes Leben.
Als Kind nahm mich meine Mutter mit in den Garten. Sie konnte sich stundenlang über eine Knospe freuen, die endlich aufging. Über eine Rose, die eine neue Farbe zeigte. Über den ersten Krokus nach einem langen Winter.
Damals dachte ich manchmal: "Mama, es ist doch nur eine Blume." Heute weiss ich: Es war nie "nur" eine Blume.
Sie hat mir beigebracht, mit offenen Augen durch die Welt zu gehen. Zu staunen. Zu entdecken, dass Veränderung überall geschieht.
Der Baum entschuldigt sich nicht dafür, dass er im Herbst seine Blätter loslässt.
Die Sonnenblume fragt nicht, ob sie gross genug werden darf.
Und kein Schmetterling sitzt auf seiner Blüte und denkt: "Vielleicht bleibe ich doch lieber Raupe. Das war irgendwie übersichtlicher."
Zum Glück.
Denn Wachstum sieht von innen oft chaotisch aus.
Von aussen nennen wir es später Entwicklung.
Ich glaube, genau darum berühren mich auch Lieder, die davon erzählen, dass wir den Mut finden dürfen, Altes loszulassen und unserem Herzen wieder zu vertrauen. Sie erinnern uns daran, dass Veränderung nicht unser Feind ist, sondern oft der Beginn von etwas Ehrlicherem.
Auch heute entdecke ich meine kleinen Wunder.
Wenn ich mit meinen Hunden unterwegs bin und plötzlich ein Lichtstrahl durch den Wald fällt oder einHase vorbeihuscht.
Wenn der Lavendel summt.
Wenn nach einem Regentag alles intensiver leuchtet und riecht.
Oder wenn ein Mensch nach einem Coaching lächelnd sagt: "Ich spüre... ich bin wieder bei mir angekommen."
Das sind für mich die schönsten Momente.
Nicht spektakulär.
Aber echt.
Veränderung beginnt selten mit einem Feuerwerk.
Meist beginnt sie mit einem einzigen Gedanken:
Vielleicht darf ich mir selbst erlauben zu wachsen.
Und dann geschieht etwas Erstaunliches.
Du entfaltest dich.
Du beginnst wieder zu strahlen.
Und plötzlich merkst du: Du bist gar kein anderer Mensch geworden. Du bist mehr du selbst geworden.
Vielleicht ist genau das der Sinn des Lebens.
Nicht perfekt zu werden.
Sondern immer mehr die eigene Farbe zu zeigen – so wie die Blumen im Garten meiner Mutter.
Ich wünsche dir den Mut, deiner eigenen Entwicklung zu vertrauen.
Auch wenn sie Umwege macht.
Auch wenn sie Zeit braucht.
Denn alles, was wirklich wächst, wächst nicht über Nacht.
Aber es wächst.
Und genau darin liegt die Schönheit.🦋