Freude mit Hunden haben – und das Leben gleich mit
Manchmal kommt das Leben nicht mit einer grossen Erleuchtung daher.
Manchmal kommt es auf vier Pfoten.
Oder auf acht.
Und manchmal sitzt die Erleuchtung im Camper, haart ein bisschen und möchte gerne wissen, ob es jetzt endlich losgeht. 😉
Während meines Tanzseminars am Bodensee hatte ich nämlich meinen Neuzuzüger im Team dabei: Ammon, zehn Monate alt, Königspudelrüde, Energiebündel mit Kuschelfaktor. Und natürlich meine Therapiehündin Inja, die als erfahrene Einzelprinzessin erst einmal feststellen durfte, dass ihr persönlicher Haushalt neuerdings um einen ziemlich grossen, ziemlich flauschigen Jungspund erweitert worden war.
Ich gebe zu: Ein kleines Experiment war es schon.
Zwei Hunde.
Ein Camper.
Ein Tanzseminar.
Und eine Frau, die offenbar gerne Herausforderungen sammelt. 😄
Aber Ammon machte es grossartig.
Während des Seminars konnte er zusammen mit Inja an der Longline im Schatten liegen und einfach chillen. Kein Jaulen, kein Drama, kein „Hallo, ich bin der Mittelpunkt der Welt!“ – na ja, zumindest nicht während dieser zwei Stunden. 😉
Und mir war wichtig, dass die beiden nicht einfach irgendwo „mitlaufen“, während ich mein Ding mache.
Vor und nach dem Tanzen gingen wir gemeinsam los. Je nach Gefühl, Bedürfnis und Tagesform der Hunde machten wir Pausen, spazierten durch den Wald, tobten herum, gingen zum See oder ans Flüsschen.
Wir drei hatten Zeit miteinander.
Zeit zum Kennenlernen.
Zeit zum Spielen.
Zeit zum Schnüffeln.
Zeit zum Nichtstun.
Und ja – manchmal wurde auch durch den Wald getanzt. Schliesslich kann man ja nicht den ganzen Tag seriös sein. Schon gar nicht mit zwei Pudeln. 😄
Es ging mir nicht darum, möglichst perfekt zwei Hunde zu managen.
Es ging mir um Freude.
Um dieses einfache, wunderbare Gefühl:
Wir sind zusammen.
Wir haben Zeit.
Wir erleben etwas.
Wir gehören gerade genau hierher.
Und dann sagte mein Campnachbar etwas, das mich tief berührt hat.
Er meinte:
„Es ist so berührend und ansteckend, dich mit deinen Hunden zusammen zu sehen. Wie viel Freude ihr zusammen habt. Einfach toll.“
Dieser Satz ist mir geblieben.
Nicht nur für einen Nachmittag.
Er schwingt noch Wochen später in mir nach.
Denn plötzlich wurde mir bewusst: Ja. Genau darum geht es mir.
Wir dürfen Freude am Leben haben.
Wir dürfen Freude an Tieren haben.
An Menschen.
An Begegnungen.
Am gemeinsamen Unterwegssein.
Am Tanzen.
Am Blödeln.
Am Wald.
Am Wasser.
Am Camperleben.
Und manchmal sogar daran, dass ein zehn Monate alter Pudel tatsächlich zwei Stunden lang ruhig neben einem anderen Hund liegen kann. Halleluja! 😄
Vielleicht ist Freude viel weniger spektakulär, als wir manchmal denken.
Vielleicht ist sie nicht das grosse Feuerwerk.
Vielleicht ist sie dieses kleine innere „Ahhhh, genau so!“
Dieses Gefühl von Verbundenheit.
Dieses Leuchten, wenn wir nicht mehr versuchen, irgendetwas darstellen zu müssen, sondern einfach da sind.
Ich kenne dieses Gefühl aus dem Conscious Dance.
Wenn der Kopf irgendwann aufhört, Regie zu führen, der Körper übernimmt und plötzlich etwas in uns wieder frei wird.
Leichtigkeit.
Lebendigkeit.
Verbindung.
Und genau diese Qualität möchte ich immer mehr in mein Leben holen – und auch in meine Arbeit.
Nicht indem ich Menschen erzähle, wie sie zu leben haben.
Sondern indem ich Räume öffne, in denen sie wieder spüren können, wer sie eigentlich sind.
Denn ich glaube zutiefst daran, dass jeder Mensch – genauso wie jedes Tier – einen eigenen Wesenskern in sich trägt.
Etwas Eigenes.
Etwas Unverwechselbares.
Potentiale, Talente, Ressourcen, Sehnsüchte und dieses ganz persönliche Leuchten.
Und wenn wir beginnen, diesem Wesenskern wieder Raum zu geben, dann darf sich etwas entfalten.
Dann dürfen wir wachsen.
Dann dürfen wir strahlen.
Und plötzlich wird das Leben wieder grösser als unsere Vorstellungen davon, wie es eigentlich auszusehen hätte.
Vielleicht ist das auch ein Teil meiner Bestimmung:
Wesenskerne berühren.
Freude wecken.
Leichtigkeit ins Leben bringen.
Menschen und Tiere miteinander verbinden.
Und manchmal einfach mit zwei Pudeln durch den Wald tanzen.
Letzteres ist übrigens nicht Bestandteil meines offiziellen Coaching-Angebots.
Noch nicht. 😉
Aber vielleicht sollte es das sein.
Denn was wäre, wenn wir uns erlauben würden, wieder mehr Freude zu haben?
Nicht erst, wenn alles erledigt ist.
Nicht erst, wenn wir „es geschafft“ haben.
Nicht erst, wenn wir perfekt, gesund, erfolgreich, aufgeräumt und spirituell erleuchtet sind.
Sondern jetzt.
Mitten im Leben.
Mitten im Chaos.
Mitten im Camper.
Mitten im Wald.
Mit zwei Hunden, die ihre ganz eigenen Ideen haben.
Und mit einem Herzen, das plötzlich merkt:
Was für ein Geschenk, hier sein zu dürfen.
Ich glaube, genau dort beginnt echtes Leben.
Dort, wo etwas in uns leuchtet.
Wo wir uns verbinden.
Wo wir uns entfalten.
Wo wir wachsen.
Und wo unsere Freude vielleicht sogar andere ansteckt.
Denn Freude ist zum Glück kein Einzelzimmer.
Sie wird grösser, wenn wir sie teilen.
Und wenn dabei ein Pudel durchs Bild hüpft?
Umso besser. 🐩✨